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Mag. Tobias Schneider, MES steht uns heute Rede und Antwort und gibt einen Überblick zum Online Linguistic Support, der unter Erasmus+ neu eingeführt wurde und im Hochschulbereich bereits erfolgreich verwendet wird.  

1) Lieber Tobias, unter Erasmus+ hat es einige Neuerungen im Vergleich zu Programm davor gegeben. Der Online Linguistic Support für Erasmus+ Outgoings ist eine davon. Worin besteht denn dieser Service genau?

Online Linguistic Support (OLS) ist eine webbasierte Sprachlernplattform, also ein e-learning Angebot sozusagen, das von der Europäischen Kommission mit dem Zweck ins Leben gerufen wurde, Erasmus+ Studierenden vor und während ihres Auslandsaufenthaltes eine umfassende sprachliche Unterstützung in der Unterrichtssprache ihres Gastlandes zukommen zu lassen. Das Ganze stellt nicht zuletzt auch darauf ab, die Sprachkenntnisse der Europäer/innen weiter zu fördern, um so die internationale Mobilität und Flexibilität zu fördern. Als Folge soll so natürlich auch das gegenseitige Verständnis weiter wachsen und eine solide Basis für Frieden in der EU geschaffen werden.

2) Und für welche Sprachen gibt es dieses Angebot?
Derzeit ist OLS für die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch verfügbar. Die schrittweise Eingliederung weiterer Sprachen wird dann in den kommenden Monaten erfolgen.

3) Alles klar. Und wie kann man sich das jetzt konkret vorstellen? Nehmen wir an ein Studierender wird für einen Aufenthalt nominiert. Wie geht es dann weiter?
Die Einladungsmails zu OLS werden schnell und unkompliziert durch die Heimathochschule verschickt. Die Studierenden haben in der Folge sofort Zugriff auf die Plattform. Der Service an sich besteht dann aus zwei großen Elementen: das eine ist ein Sprachassessment, das Studierende, deren Hauptunterrichtssprache im Gastland eine der aktuell verfügbaren OLS Sprachen ist, vor Antritt und kurz vor Abschluss ihrer Mobilität verpflichtend absolvieren müssen. Über dieses wird ihr derzeitiges Niveau in der betreffenden Sprache festgestellt. Durch die Testung zu Beginn und am Ende kann man auch sehr gut die im Zuge des Auslandsaufenthaltes erfolgte Steigerung der Fremdsprachenkompetenzennachvollziehen.
Den zweiten Bestandteil bilden Online-Sprachkurse, die dafür verantwortlich sein sollen, dass die Studierenden sich sprachlich verbessern und die für die gesamte Dauer des Aufenthaltes absolviert werden können. Die Belegung dieser Kurse beruht zwar auf freiwilliger Basis, da sie aber die optimale Möglichkeit bieten, die Kompetenzen in der Zielsprache laufend zu verbessern, werden sie von sehr vielen Studierenden gerne in Anspruch genommen.

4) Das heißt also OLS ist freiwillig und man kann hier auch nicht durchfallen, richtig?
Ganz genau. Es ist ein Hilfsangebot, bei dem wir davon ausgehen, dass es gerne angenommen wird und definitiv keine zusätzliche Hürde. Immerhin kann es ja nur im Interesse der mobilen Studierenden sein, sich sprachlich zu verbessen, um vor Ort besser klarzukommen und auch einen dicken Vorteil für die eigene berufliche und persönliche Zukunft mitzunehmen.

5) Gutes Stichwort! Was ist nun der konkrete Mehrwert für Studierende und welchen Nutzen können diese aus OLS ziehen?
Zunächst ist einmal hervorzuheben ist, dass Studierende durch die Absolvierung der Assessments einen eindeutigen Beleg über ihr derzeitiges Niveau in der Unterrichtssprache erhalten und so wissen, wie es im Moment um ihre Sprachkompetenzen bestellt ist. Viele Gasthochschulen akzeptieren diesen Beleg auch als offiziellen Sprachnachweis, weshalb einem auf diese Weise oft der Erwerb teurer Sprachdiplome, die nur zu diesem Zweck erworben werden müssen, erspart bleibt.
Bei den Sprachkursen ist das Tolle, dass diese rund um die Uhr von jedem Computer mit Internetzugang aus besucht werden können und so eine große zeitliche Unabhängigkeit bieten. Die Lizenz steht über einen sehr langen Zeitraum zur Verfügung und da sämtliche Übungen und Lerninhalte aller Niveaustufen von A1 bis C1 belegt werden können, kann man seine Sprachkenntnisse binnen kurzer Zeit signifikant verbessern.
Die Möglichkeit, sich in Foren auszutauschen, an MOOCs (Massive Open Online Courses) teilzunehmen und in Online-Tutorials in Kleingruppen Unterrichtsstunden zu nehmen, runden das umfassende didaktische Angebot ab und sorgen so für die optimale Mischung an sprachlicher Unterstützung.
Ergo gehe ich davon aus, dass man sich hier wirklich verbessern und seine Zeit im Ausland kann, um mehrsprachig zu werden. In einem stetig zusammenwachsenden Europa mit seinem multilingualen Markt ist das natürlich ein super Asset.

6) Wie würdest du abschließend OLS beurteilen und ist damit die sprachliche Unterstützung während des Auslandsaufenthaltes gewährleistet?
Der größte Vorteil ist sicher, dass mit Einführung von OLS mit einem Schlag wirklich alle Erasmus+ Studierende in den Genuss einer sprachlichen Förderung kommen. Bislang stand ja die Möglichkeit, einen vorbereitenden Sprachkurs zu belegen, immer nur einer prozentuell sehr kleinen Zahl an Personen zur Verfügung.
Sehr attraktiv ist natürlich die große Flexibilität des Services und die Tatsache, dass Studierende kostenlos ein wirklich sehr vielfältiges Angebot in Anspruch nehmen. Klar ist, dass ein Online-Kurs das Thema Sprachenlernen nicht zur Gänze abbilden kann. Wer aber fleißig in OLS die angebotenen Lerneinheiten absolviert und dann auch bereit ist, das Gelernte in der Alltagskommunikation anzuwenden, der hat sicher große Chancen, seine Fremdsprachenkompetenzen binnen kurzer Zeit stark zu verbessern.

Zur Person:
Mag. Tobias Schneider, M.E.S. arbeitet im Hochschulteam der Nationalagentur. Das ist jene Fachabteilung in der OeAD GmbH, die für die Abwicklung des europäischen Bildungsprogrammes Erasmus+ zuständig ist.
Dabei betreut er mit seinen Kolleg/innen Margit Dirnberger, Angelika Zojer, Marina Winkler, Sophia Börjeson, Elmar Harringer, Sabine Müller und Juhani Kylander die Leitaktion 1. Nachdem er zunächst vordergründig für KA103 und OLS zuständig war, betreut er mittlerweile mit Sabine Müller KA107, die sogenannte international credit mobility. Alle Agenden rund um OLS wurden von Sophia Börjeson übernommen. 

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