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Mag. Regina Aichner, MES steht uns heute Rede und Antwort und
gibt einen Überblick zur Leitaktion 3 unter Erasmus+, im Hochschulbereich. 
 

1) Liebe Regina, könntest du uns die Leitaktion 3 in Erasmus+ für den Hochschulbereich kurz vorstellen, um uns ein Bild machen zu können. Welche Möglichkeiten gibt es da?

Die Europäische Kommission fördert strategisch angesetzte Projekte, die in den Bereich „Unterstützung politischer Reformen — Zukunftsweisende Initiativen (Key Action 3)“ fallen.

Die Maßnahmen unterstützen innovative Reformagenden, politischen Dialog und Know-How-Transfer in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Jugend. Dabei werden auch Behörden der Erasmus+ Länder zur Unterstützung hochschulpolitischer Reformen mit einbezogen.

Die meisten Maßnahmen unter Leitaktion 3 werden im zentralen Verfahren von der Education, Audiovisual and Culture Executive Agency (EACEA) außerhalb der jährlichen Ausschreibung zu Erasmus+ (Call) durchgeführt.   

2) Gar nicht so einfach sich darunter etwas vorzustellen. Hättest du vielleicht ein konkretes Projektbeispiel parat?

Im Namen des Wissenschaftsministeriums betreuen meine Kollegin Jennifer Klemm und ich bis April 2016 das Projekt „Pro.Mo.Austria – Promoting Mobility in Austria“.

Gemeinsam mit sieben nationalen Expertinnen und Experten, die von Fachhochschulen, Universitäten, Pädagogischen Hochschulen und der ÖH stammen, konzipieren und organisieren wir Trainings, Seminare und Beratungsgespräche für Hochschulen.

Dabei sprechen wir gezielt Themen an, die auch für die Hochschulbildungspolitik spannend sind, insofern sie ein Novum darstellen (Nichttraditionelle Zugänge zu Hochschulen, d.h. ohne Matura), oder sich in einem Reformprozess befinden (ECTS Credits sollten enger mit modernen Transparenztools wie Lernergebnissen verzahnt, gedacht und vergeben werden, Modernisierung der Hochschuldidaktik durch erhöhte Wertschätzung der Lehre). 

Wir setzen uns dazu regelmäßig an einen Tisch und lernen voneinander. Das Ministerium nimmt unsere Ideen weiter auf und trägt sie in Ausschüsse, Arbeitsgruppen oder mittelfristig sogar in Gesetzesnovellen weiter.  

3) Wenn nun jemand auf den Geschmack gekommen ist – was wären Maßnahmen, die gefördert werden?

Für den Hochschulbereich lassen sich drei übergeordnete Förderziele ableiten:

• Die Unterstützung des Bologna-Prozesses.
• Die Initiierung von bildungsbereichsübergreifenden Kooperationen.
• Politikdialog mit Drittländern, Stakeholdern und internationalen Organisationen.

Innovative Politikkonzepte und europäische Modellversuche von hochrangigen Organisationen und Behörden werden ebenso gefördert wie Kooperation mit der Zivilgesellschaft.

Das heißt: Europäische NGOs und EU-weite Netzwerke werden unterstützt, um die Bewusstseinsbildung zu den europäischen Agenden und die Kooperation mit den öffentlichen Behörden zu unterstützen.

Außerdem gibt es Ausschreibungen für Dienstleistungsaufträge und beschränkte Ausschreibungen. Diese beinhalten z.B. Studien und Erhebungen, um die Wissensbasis im (Hochschul-)Bildungsbereich durch empirische Datenerhebungen und Analysen zu verbessern, oder auch Kooperation mit internationalen Organisationen, um die Attraktivität des Europäischen Hochschulraums in der Welt zu fördern.

 

Zur Person:
Mag. Regina Aichner, MES arbeitet im Hochschulteam der Nationalagentur für die Bologna Servicestelle. Das ist jene Einrichtung in der OeAD GmbH, die für die Beobachtung des Europäischen Hochschulraumes sowie für Hochschulen und Interessensvertretungen wie die ÖH aktuelle Bologna-Prozess Agenden (ECTS, Mobilität, Anerkennung) analysiert. Sie steht bei Fragen gerne mit Rat und Tat beratend zur Verfügung.

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