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Mag. Lucas Petri, MA steht uns heute Rede und Antwort und gibt einen Überblick zur Leitaktion 2 unter Erasmus+, im Hochschulbereich. 

1) Lieber Lucas, könntest du uns die Leitaktion 2 in Erasmus+ für den Hochschulbereich kurz vorstellen, um uns ein Bild machen zu können. Welche Möglichkeiten gibt es da?

Leitaktion 2 des Erasmus+ Programms fördert im Hochschulbereich Kooperationen von Akteur/innen im Feld, die einen positiven "Impact" auf die europäische und nationale Hochschullandschaft haben sollen. Unter Akteur/innen sind hier immer juristische Personen zu verstehen. Projekte können demnach von Unis, FHs, PHs, oder aber auch einem Unternehmen eingereicht werden, solange der Mehrwert im Hochschulbereich gegeben ist. 

Das heißt konkret, dass Organisationen im Rahmen von Projekten mithelfen können und sollen, die strategischen Bildungs- und Modernisierungsziele der Europäischen Kommission zu erreichen. Beispielsweise sollen Studienabbrüche reduziert, Randgruppen besser in den Lernbetrieb eingebunden oder Lehrmaterialien modernisiert werden. 

In Leitaktion 2 gibt es im Hochschulbereich eine Projektschiene, die dezentral, also von den jeweiligen Nationalagenturen der Programmländer abgewickelt wird und zwei weitere Projektschienen, die zentral, also von der Exekutivagentur in Brüssel, betreut werden.

Die dezentrale Maßnahme heißt "Strategic Partnerships" und existiert auch in den anderen Bildungsbereichen. Hier können Einrichtungen sehr flexibel 7 Budgettöpfe ausschöpfen, um möglichst zielgerichtet ihre Projektziele finanzieren zu können. Der Fokus liegt hier auf den Erasmus+ Programmländern, verkürzt gesagt, auf der Stärkung der Bildungslandschaft von europäischen Staaten.

Die beiden zentralen Maßnahmen heißen "Knowledge Alliances" und "Capacity Building". Was Knowledge Alliances dennoch mit den Strategic Partnerships gemein haben ist, dass beide auf den Austausch der Programmländer, also innerhalb Europas abstellen. Capacity Building fokussiert hingegen den Austausch mit den sogenannten Erasmus+ Partnerländern und strebt danach, die Strukturen außerhalb Europas zu festigen und zu modernisieren.

Während Knowledge Alliances Kooperationen sind, die die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen festigen sollen und daher die Einbindung von Unternehmen auch verpflichtend vorsehen, ist die Konstellation des Projektkonsortiums beim Capacity Building, wie auch bei den Strategic Partnerships abhängig von den Zielen. Nicht-Hochschulen können, müssen aber nicht eingebunden werden.  

2) Gar nicht so einfach sich darunter etwas vorzustellen. Hättest du vielleicht ein konkretes Projektbeispiel parat?

Selbstverständlich. Ich denke, dass man es gut an Hand eines Projektbeispiels veranschaulichen kann, das 2014 als Strategic Partnership beantragt und genehmigt wurde. Verantwortliche der FH Burgenland haben sich überlegt wieso gerade im Rahmen des Verfassens der Masterthese so viele Studierende ihr Studium abbrechen, wo man ja eigentlich schon im Endspurt ist. Sie sind dann im Rahmen ihrer Problemanalyse draufgekommen, dass viele am wissenschaftlichen Arbeiten scheitern. Dazu gab es zwar irgendwann im Studium ein Seminar. Bis es dann aber soweit ist das Wissen anzuwenden, ist die Erinnerung daran zumindest ein wenig verschwommen.

Was die FH dann also gemacht hatb, ist in Kooperation mit anderen europäischen Hochschulen online tutorials in mehreren Sprachen zu erstellen, sodass Studierende in Eigenregie noch einmal ihr Wissen auffrischen können. Diese Gestaltung von Videos ist ebenso innovativ, wie auch nachhaltig und könnte langfristig dazu führen, dass die Abbrecher/innen-Quote deutlich gesenkt wird.  

3) Was sind also die nächsten Schritte für diejenigen, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind und auch eine gute Idee haben, für die sie eine Förderung beantragen wollen?

Alle, die Interesse haben ein Projekt zu entwickeln, sollten zunächst die richtige Schiene für sich finden. Dazu kann man uns gerne anrufen und beraten lassen. Je nachdem ob es um ein innereuropäische oder eine Kooperation über die Grenzen hinaus geht und je nachdem ob es um eine Kooperation mit Unternehmen, oder möglicherweise ausschließlich um eine zwischen Hochschulen geht, schauen wir dann, was am besten passt.

Wir beraten dann gerne umfassend zu den Strukturen, Förderhöhen, Fristen, etc.

 

Zur Person:
Mag. Lucas Petri, MA arbeitet im Hochschulteam der Nationalagentur. Das ist
jene Fachabteilung in der OeAD GmbH, die für die Abwicklung des
europäischen Bildungsprogrammes Erasmus+ zuständig ist.

Dabei betreut er mit seinen Kolleginnen Julia Österbauer, Sabine Müller und Martina Friedrich die Leitaktion 2 und steht speziell bei Fragen rund um
Strategische Partnerschaften gerne mit Rat und Tat beratend zur Verfügung.

Darüber hinaus ist Lucas Petri für das Themenfeld „Hochschule und Arbeitswelt“ im Team zuständig, sowie das Projekt „Erasmus back to school“, den aktuell laufenden Fotowettbewerb "La France Insolite" und "Erasmus Österreich" auf Facebook.

 

 

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